Förderschule Hiddinghausen: Abrissbagger machen Platz für Neues

Sprockhövel (pm/aw). Schon viel passiert, aber auch noch Einiges zu machen – so stellt sich die Lage an der Schule Hiddinghauen – Förderschule des Ennepe-Ruhr-Kreises in Sprockhövel dar. Zwei Jahre lang war das Gebäudeteil B saniert und modernisiert worden. Jetzt rücken eine energetische Fassadensanierung des F-Gebäudes, ein komplett neuer Erweiterungsbau und Arbeiten am Außengelände und dem Schulhof in den Fokus.

Der Startschuss hierfür fällt mit dem Einsatz der Abrissbagger. Im April steuern sie das Haus des Hausmeisters an, im Winter das Schwimmbad. Wegen diverser Mängel ist dies bereits seit mehr als sechs Jahren nicht mehr in Betrieb, der Schwimmunterricht findet auswärts statt. Ein Gutachten hatte die Sanierungskosten mit 6,3 Millionen Euro beziffert. „Zuviel und unwirtschaftlich“ hatte der Kreistag im März 2022 entschieden.

Während das Gelände des Hausmeisterhauses vorerst frei bleibt und der Platz möglicherweise als Auslagerungsstandort im Zeitraum der Sanierung des BTF genutzt wird, entsteht am Schwimmbadstandort ab 2024 ein neues Gebäude. Bieten wird es Räume für gartenbautechnische und produktionstechnische Aktivitäten sowie für Beratungs- und Lehrräume.

Praktische Erfahrungen können die Schülerinnen und Schüler beispielsweise in der Kaminholz-AG sammeln, in der sie Bäume sägen, spalten und zu Kaminholz verarbeiten. Der „GaLaBau-Kurs“ wird sich, neben der Bestellung des Schulgartens, zukünftig noch mehr um den Schulhof und die Grünflächen der Schule kümmern. Im „Basar-Kurs“ werden weiterhin Holzarbeiten für den Weihnachts- und den Osterbasar angefertigt. Weitere Kursangebote umfassen die Themen Wäschepflege, Textildruck und das Plotten von Schriftsätzen. Mit Spannung wird auch das Arbeiten im Werkstatt-Simulations-Raum erwartet. Hier sollen die Schüler*innen Erfahrungen im Handlungsspektrum zwischen einfachen, stark strukturierten Arbeitsaufgaben bis hin zu komplexer Montage im Fließverfahren sammeln können.

„Diese neuen Vor-Ort-Möglichkeiten rund um eigene Lehrangebote für die Berufsvorbereitung sind auch eine Reaktion darauf, dass es in den letzten Jahren für unsere Schüler*innen immer weniger Angebote für Praktika gegeben hat“, erläutert Schulleiterin Verena Muhs.

„Klimaschonend“ lautet in Zeiten wie diesen ein wichtiges Kennzeichen des Neubaus. Dabei setzen die Verantwortlichen im Schwelmer Kreishaus unter anderem auf das Heizen mit erneuerbaren Energien, eine PV-Anlage und ein Gründach. Er wird einer nachhaltigen und energieeffizienten Bauweise entsprechen und geschätzt rund 4,5 Millionen Euro kosten.

Mehr Nachhaltigkeit ist auch das Ziel der Sanierung des Gebäudes F. Hier werden die Jugendlichen der Abschlussklasse auf ein möglichst eigenständiges Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet. 1,85 Millionen Euro fließen hier in die Erneuerung der Fassade, eine PV Anlage und ein Gründach. Raum für ein Mehr an Nachhaltigkeit bietet auch der Lehrerparkplatz. Hier sieht der Energieversorger AVU Potential für bis zu fünf E-Ladesäulen, die nach Schulschluss von allen genutzt werden könnten.

„Wachsende Schülerzahlen und eine Altersspanne zwischen 6 und knapp 20 Jahren machen die Planung zu einer großen Herausforderung. Unser Ziel ist es, allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Eine große Herausforderung ist dabei ohne Frage die begrenzte Fläche“ so Projektleiter Armin Habiger vom Hochbau und technischem Immobilienmanagement der Kreisverwaltung.

Schulleiterin Verena Muhs und ihr Stellvertreter Wolfgang Kallis wissen die Investitionen des Ennepe-Ruhr-Kreises, für die Verwaltung und Politik den Weg freigemacht haben, zu schätzen. „Diese Übergangsphase ist ohne Frage anstrengend, aber ich bin überzeugt: Am Ende werden wir mit einer Schule belohnt, die genauestens auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist“, so Muhs. Lobenswert sei, wie intensiv die Schule in die Planungen einbezogen werde und mit welcher Leidenschaft alle Beteiligten an dem Projekt arbeiten. Stand heute wird es frühestens im Schuljahr 2025/2026 abgeschlossen sein.