Wismut bohrt Messstelle zur Flutungs-Überwachung in Königstein

Die 283 Meter tiefe Bohrung liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz. Foto: Wismut

Königstein (pm/aw). Bis 283 Meter in die Tiefe bohrt die Wismut eine neue Messstelle in Königstein, um die Flutung der Grube weiter zu kontrollieren. HG 7039 ergänzt die bestehende Flutungsüberwachung für den 4. Grundwasserleiter. Über die neue Messstelle soll das Flutungswasser direkt in der Kontrollstrecke West (Strecke 74) während der weiteren Flutung der Grube Königstein überwacht werden.

Start der Neubohrung war bereits für Oktober 2021 geplant. Aufgrund eines besonderen Genehmigungsverfahrens innerhalb des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz musste der Start in das 1. Quartal 2022 verschoben werden. Noch bis Ende Februar werden die ersten 35 Meter gebohrt. Im März und April sind jeweils 100 Meter zu bewältigen. Nach derzeitiger Planung soll die Bohrung der Messstelle Ende Mai abgeschlossen sein. Das Bohren erfordert besondere Präzision und muss langsam erfolgen, um die darunter liegende Kontrollstrecke zu treffen. Nach 82, 115 und 230 Metern wird jeweils eine Messung durchgeführt, um zu kontrollieren, ob die Bohrung präzise verläuft. Nach Abschluss und Demontage der Bohranlage wird die neue Messstelle ab dem zweiten Halbjahr 2022 in das Monitoring aufgenommen.

Die Flutung der Grube Königstein ist ein komplizierter, langwieriger Prozess. Das Uran wurde hier durch chemische Laugung gewonnen. Durch diese Technologie kamen bis 1990 über 55 Millionen Tonnen Gestein mit schwefelsäurehaltiger Lösung in Kontakt. Die Entwicklung eines sicheren Flutungskonzeptes nahm zehn Jahre in Anspruch. 2001 konnte mit der gesteuerten Flutung des Bergwerkes begonnen werden. Im Januar 2013 wurde die Flutung des bisher genehmigten Teilbereichs I (Einstau der Grube bis maximal 140 m NN) mit einem Flutungsniveau von 139,5 m NN abgeschlossen. Seither wird das Niveau gehalten. Ziel ist es, die Flutung bis zum natürlichen Endstand von ca. 200 m NN weiterzuführen. Dafür liegt derzeit noch keine Genehmigung vor, die Behörden haben diese Zielstellung aber grundsätzlich akzeptiert.