Beamtensiedlung Bliersheim / Krupp Villen

Die so genannte, ehemalige Villenkolonie liegt inmitten eines Industriegebietes und wurde vom Krupp-Architekt Robert Schmohl zwischen 1903 und 1910 entworfen und erbaut. Die im englischen Landhausstil mit Jugendstilelementen gehaltenen Gebäude dienten den leitenden Angestellten, die bis 1950 in unmittelbarer Werksnähe wohnen mussten (Residenzpflicht). Während für die Betriebschefs Einzelvillen gebaut wurden, wohnten die Betriebsassistenten in Doppelhäusern. Die Grundrisse wurden jeweils gleich gestaltet. Aus der Reihe fällt die Direktorenvilla, die sich sowohl im Grundriss, als auch durch ihre Lage auf dem Rondell der Villenstraße von den anderen Gebäuden unterscheidet. Sie ist gleichzeitig die einzige, die komplett renoviert ist und bei speziellen Führungen besichtigt werden kann.

Von den ehemals 17 Villen sind noch 9 erhalten. Diese wurden im Jahre 2000 von der Stadt Duisburg teilsaniert, d.h. sie erhielten eine neue Bedachung, um die Häuser vor den Witterungseinflüssen zu schützen. Gleichzeitig stellte man die gesamte ehemalige Kolonie unter Denkmalschutz. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann eine (oder mehrere) Villa/Villen käuflich erwerben, jedoch mit der städtischen Auflage, das/die Objekt(e) gewerblich zu nutzen.

Alle Gebäude sind vollständig verschlossen, um Unbefugten keinen Zutritt zu gewähren und den Witterungseinflüssen vorzubeugen.

Quelle: Infotafel auf dem Villengelände

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Dokument erstellt am 22.01.2010
Letzte Änderung am 25.06.2014

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.