QRA-Stellung Arsbeck

1976 wurde die Sofortbereitschafts-(QRA-)Stellung Arsbeck vom Flugkörpergeschwader-2 übernommen. Stationiert waren in der Stellung die Systeme Pershing I, später Pershing IA. Die Pershing I/IA (MGM-31A) war eine Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von zirka 740 km. Der zweistufige, feststoffgetriebene, eigengelenkte Flugkörper hatte ein Trägheitsnavigationssystem auf Basis eines sogenannten „Stable Table“. Dieses wurde durch Kreiselsysteme während des ganzen Fluges stabilisiert und ermöglichte dem Bordrechner so die laufende Ermittlung der Position sowie die genaue Einhaltung der Flugbahn bis zum sogenannten „Punkt im Raum“. Dort erfolgte die Abtrennung des nuklearen W-50-Sprengkopfes, der in drei Varianten zur Verfügung stand (60 kt, 200 kt, 460 kt – entsprechend rund 5, 15, 35 Hiroshima-Bomben). Da die Bundeswehr nicht über nukleare Waffen verfügen durfte, waren für die Pershing im Rahmen der nuklearen Teilhabe unter US-Bewachung stehende amerikanische Sprengköpfe vorgesehen.

1986 räumte man die Stellung, 1987 stimmte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl für den INF-Vertrag. Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurden, entsprechend den Vereinbarungen des INF-Vertrags bis 1989 alle Pershing I, bis 1991 alle deutschen Pershing-IA und bis Mai 1991 alle Pershing-II-Raketen unter Kontrolle der Vertragspartner (USA und UdSSR) demontiert und zerstört. Die Außerdienststellung für Arsbeck erfolgte am 04. Oktober 1990, die endgültige Auflösung war am 31.12.1991. Im selben Jahr löste sich auch das Flugkörpergeschwaders-2 auf. Seit 2006 bringt man in den Kasernengebäuden Asylbewerber unter, die unter teilweise schlimmen Umständen dort hausen. Der Stellungsbereich, samt seiner Bunker und Bauten verfällt.

Quellen: Wikipedia, Traditionsgemeinschaft FKG 2

Interessante Links

www.tradgemfkg2.de

Dokumenten Information
Copyright © rottenplaces 2014
Dokument erstellt am 22.07.2014
Letzte Änderung am 22.07.2014

 

Quick Reaction Alert

Quick Reaction Alert (QRA) bezeichnet eine Stufe der Gefechtsbereitschaft innerhalb der NATO. Während des Kalten Krieges sollten militärische Einheiten, die sich in „Quick Reaction Alert“ befanden, unmittelbar auf einen Überraschungsangriff des Warschauer Pakts reagieren beziehungsweise im Sinne des Gleichgewichts des Schreckens einen solchen Angriff verhindern. Bei den mit Atomwaffen ausgestatteten Geschwadern der Luftstreitkräfte in Westeuropa befanden sich rund um die Uhr je zwei atomar bestückte Flugzeuge, die binnen 30 Minuten startbereit waren. Kontingente atomarer Mittelstreckenraketen (Pershing IA und Pershing II) und Marschflugkörper mussten binnen 15 Minuten feuerbereit sein. Bereits um 1986 reduzierte die NATO die Alarmbereitschaft ihrer nuklearen Waffensysteme deutlich: Einerseits wurde ein Überraschungsangriff des Warschauer Pakts für unrealistisch erachtet, andererseits sollten Atomwaffen erst nach Übereinkunft innerhalb der NATO zum Einsatz kommen, was mit einer entsprechenden Verzögerung verbunden gewesen wäre.

INF-Vertrag

Als INF-Verträge (Intermediate Range Nuclear Forces, zu deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme) oder als Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme bezeichnet man die Verträge über die Vernichtung aller Raketen mit mittlerer und kürzerer Reichweite (500 bis 5500 Kilometer) und deren Produktionsverbot zwischen der Sowjetunion und den USA vom 8. Dezember 1987.